Gedenken an Matthias Lüders

Auch in diesem Jahr haben wir an Matthias Lüders erinnernt, welcher am 27. April 1993 an den Folgen schwerer Kopfverletzungen, die ihm bei einem Nazi-Überfall am 24. April 1993 bei der damaligen Disco in Obhausen zugefügt wurden, starb.

Am 27.04.2021 haben wir in Obhausen am Kulturhaus einen einen temporären Erinnerungsort errichtet. Wir wollen allen danken, die sich gestern am Gedenken an Matthias Lüders beteiligt haben. Es wurden mehrere Blumensträuße am temporären Erinnerungsort niedergelegt.

In diesem Jahr haben wir uns mit der Berichterstattung zum Mordfall Matthias Lüders und dem Urteil gegen den Hauptverdächtigen auseinandergesetzt.

Teil 1 – Urteil

Besonders interessant ist die Begründung der Kammer, warum eine Verurteilung aufgrund eines Tötungsdeliktes ausgeschlossen wurde. So heißt es: “Auch eine Verurteilung wegen eines Tötungsdeliktes, begangen in Mittäterschaft, mußte unterbleiben. Hierzu wäre zwar objektiv nicht erforderlich gewesen, daß der Angeklagte selbst den Schlag auf den Geschädigten ausgeführt hat, die Kammer hätte aber Feststellungen dazu treffen müssen, daß nach den Vorstellungen der Beteiligten von vornherein der Tod eines Besuchers in Kauf genommen worden wäre.” und weiter “Zwar hatten alle Beteiligten bei der Begehung der Tat Kenntnis davon, daß mehrere Personen Baseballschläger bei sich führten und sie waren hiermit auch einverstanden. Baseballschläger sind zwar sehr gefährliche Werkzeuge, die schwerste Verletzungen hervorrufen können, Anders als z.B. bei einem Molotov-Cocktail hat derjenige, der einen BasebaIlschläger verwendet, jedoch eine Einflussmöglichkeit auf die Wirkung des Schlages. Wenn er seinem Opfer gegenübersteht, kann er sich noch entscheiden, auf welche Körperteile er zielt, und wie weit er zum Schlag ausholt, so daß die Verletzungsfolgen beherrschbar sind.” [URTEIL Seite 15]. Auf der nächsten Seite des Urteils heißt es dann aber “Die Todesfolge konnte und mußte der Angeklagte voraussehen. Der Angeklagte und auch andere Mitglieder der Gruppe der Skinheads um den Angeklagten hatten sich mit Baseballschlägern bewaffnet, um diese auch bei dem Angriff gegen Personen zu verwenden. Daß es bei einem Angriff einer Gruppe auf völlig Unbeteiligte Tote geben könnte, lag nach der allgemeinen Lebenserfahrung auf der Hand. Wenn Baseballschläger gezielt auf den Kopf einer Person eingesetzt werden, ist dies eine typische Gefahr für das Leben, die diesem Werkzeug aufgrund des konkreten Einsatzes innewohnt.” [Urteil Seite 16] was die Aussage auf der vorherigen Seite aushebelt. Die Kammer erwähnt auch weiter im Urteil das dem Angeklagten laut einer Einlassung gegenüber den Zeugen diese Gefahr bekannt war: “Diese Gefahr war auch dem Angeklagten voraussehbar, was sich aus seiner Einlassung gegenüber den Zeugen ____ und ______ ergibt , wo er angegeben hat, daß er bei seiner Handlungsweise hätte damit rechnen müssen, daß auch lebensbedrohliche Verletzungen entstehen konnten, er sich in dieser Situation aber darüber keine Gedanken gemacht habe.” [Urteil Seite 16-17]. Laut Einschätzung der Kammer ändert auch die Alkoholisierung des Angeklagten nichts an seiner Einschätzung der Situation wie in folgendem Auszug ersichtlich wird: “Die alkoholische Beeinflussung des Angeklagten, die die Grenzes [sic!] § 21 StGB erreicht hat, ändert an dieser Vorhersehbarkeit nichts.” [Urteil Seite 17]

Fazit: Unserer Einschätzung nach, ist die Beurteilung der Kammer nicht konsequent in der Bewertung des Angriffs und der Brutalität mit der der Angriff durchgeführt wurde. Unterstrichen wird dies durch den Widerspruch, der in der Urteilsbegründung, wie in den vorhergehenden Zitaten, zu finden ist. Es wird zwar eingangs behauptet, dass ein Angriff mit einer Waffe, wie einem Baseballschläger, gefählich ist, jedoch nicht zwingend der Tod in Kauf genommen wird. Diese Aussage wird bereits auf der nächsten Seite des Urteils revidiert.

Teil 2 – Urteil

Eine interessante Stelle aus dem Urteil ist:“Die Gruppe um den Angeklagten fühIte sich durch die eine Woche zuvor erlittene Schlappe gedemütigt und reagierte hierauf mit einer vollkommen unverhältnismäßigen Tat, die auch Personen betraf, die mit dem Vorfall eine Woche zuvor nichts zu tun hatten.”[Urteil Seite 18]. Hier wird die Tat als “unverhältnismäßig” dargestellt, als hätte die Gruppe der Angreifenden die Disco in Obhausen auch angemessener angreifen können oder sich angemessen rächen können. An dieser Stelle ist es auch interessant, dass betont wird, dass der Angriff Personen betraf, die mit der Auseinandersetzung der Woche zuvor nichts zutun hatten, als wäre es dann in irgendeiner Art in Ordnung gewesen. Die Kammer behält aber für den weiteren Absatz der Urteilsschrift dieses Framing bei. So heißt es weiter, es sei“[…] in diesem Alter durchaus üblich, daß es zu Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Gruppen kommt […]”[Urteil Seite 18]. In diesem Zitat werden Angriffe aus politischen Motiven als “üblich” erachtet und die daraus entstehenden Konsequenzen, die im schlimmsten Fall der Tod von Menschen bedeutet, in Kauf genommen und “normalisiert”. Auch im nächsten Zitat wird die Erzählung eines vernünftigen und angemessenen Angriffs gegen die “richtigen” Personen weitergeführt.“Durch die Art und Weise, wie sich die Beteiligten für den Angriff rüsteten, nämlich mit Baseballschlägern und Vermummung, die Anzahl der Beteiligten und das überfallartige Stürmen, mußte auch für den Angeklagten erkennbar sein, daß sich die Auseinandersetzung nicht in einem vernünftigen Rahmen halten würde.” [Urteil Seite 18].Die Schilderung, wie ein solcher Angriff auszusehen hat, bleibt uns die Kammer aber mehr oder weniger schuldig. Es findet sich aber etwas, das wir als Hinweis darauf verstehen könnten“Aufgrund der gesamten Vorgehensweise mußte für ihn auch ersichtlich sein, daß keinesfalls nur die Leute, die auf der Gegenseite an der Auseinandersetzung eine Woche zuvor beteiligt waren, herausgeholt und ‚Mann gegen Mann“ verprügelt werden sollten.” [Urteil Seite 18].Auf Seite 19 des Urteils wird auch der Pächter der Diskothek in Obhausen als der “Falsche” geframed, so heißt es in der Urteilsschrift“[…] daß er durch die Zerstörung des Mobiliars der Diskothek den Falschen traf, denn auch der Pächter der Diskothek war an der Auseinandersetzung eine Woche zuvor nicht beteiligt.” [Urteil Seite 19].Dieses Zitat erklärt, dass die, die an der Auseinandersetzung eine Woche zuvor beteiligt waren, die “Zielpersonen” gewesen wären, demnach gibt es in dem Fall eine Unterscheidung zwischen “richtigen” sowie “falschen” Personen, die es hätte treffen sollen/müssen.

Teil 3 – Polizeiarbeit

In der Berichterstattung zum Angriff gibt es viel Kritik an der Polizeiarbeit, sowohl im Vorfeld des Angriffs, als auch zu der Polizeiarbeit danach. Am Tattag begleitete, laut “Subbotnik in LA” (SILA) vom Mai 1993, eine Polizeistreife in Zivil die aus Halle anreisenden Neonazis nach Obhausen. Zusätzlich fuhren Zivilpolizist*innen tagsüber immer wieder Streife durch Obhausen, trotzdem erreichte sie den Tatort am Abend erst eine Viertelstunde nach Eingehen des Notrufs. Die letzte turnusmäßige Streife wurde am Tatort zehn Minuten vor dem Überfall gesichtet [SILA Mai 93].

Bereits am 29.04.1993, zwei Tage nach dem Tod von Matthias Lüders, hat Peter Kunert, der damalige Bürgermeister von Querfurt, gegenüber der “Mitteldeutschen Zeitung” die Polizei für den Überfall mitverantwortlich gemacht [MZ 29.04.1993]. Die Polizei sei bereits im Vorfeld über den Angriff informiert gewesen, habe jedoch nur “präventive Raumaufklärung” betrieben. Rainer Bauch, damaliger Chef der Polizei im Regierungsbezirk Halle, berichtet, dass diese Aussagen jeglicher Grundlage entbehren und das jedes Wochenende für 20 bis 30 Diskotheken mögliche Überfälle angekündigt würden und damit Objektschutz unmöglich wird und der Polizei somit nur die Streifentätigkeit bleibt. Ebenfalls erklärt Bauch, dass die Neonazis “mobil und mit Funk ausgerüstet” seien. „Sie prüfen und testen und observieren mittlerweile selbst die Polizeistreifen“, sagt der Polizeichef in der MZ vom 29.04.1993. „Sind Einsatzkräfte vor Ort, fahren die Skins einfach zum nächsten Ort.“ Bauch sah für die Polizei keine Möglichkeit, dem zu begegnen, wie er es gegenüber der MZ äußerte.

Auch der damalige Betreiber der Diskothek in Obhausen übte in seiner Aussage am zweiten Verhandlungstag Kritik am Polizeieinsatz. Er spricht davon, dass er “abgefertigt” wurde und auf seine Befürchtungen bezüglich des drohenden Überfalls sagte man ihm „[…] irgendetwas […] von einer Polizeihundertschaft, die in Eisleben in Bereitschaft liege […]“. Die Polizei in Querfurt habe ihm zwar auf seine Anfrage mitgeteilt, dass sie sich darum kümmern werden aber gekümmert haben sie sich nicht” [MZ 06.10.1993].

Aus der MZ vom 06.10.1993 geht auch hervor, dass der Tatort nicht für die Beweisaufnahme gesichert war. So war es dem Betreiber einer Disko in Röblingen, in der sich die Neonazis, die den Angriff vom 24.04.1993 verübt haben, häufig getroffen haben und auch an diesem Abend von dort gestartet sind, sowie weiteren Personen möglich, den Tatort nach dem Angriff zu betreten. Selbst die Blutlache im Saal sei nicht abgesperrt gewesen. Auch der Staatsanwalt Klaus Wiechmann kritisierte die Polizeiarbeit in seinem Abschlussplädoyer im Prozess gegen den Hauptverdächtigen im Mordfall Matthias Lüders [MZ 15.02.1994].

Teil 4 – Politische Dimension

In den 90er-Jahren, die auch wegen der Gewalt von Neonazis als Baseballschlägerjahre bekannt wurden, war eben diese an der Tagesordnung vor allem im Osten der Republik. Jedoch wurde die politische Dimension dieser Angriffe damals häufig in den bürgerlichen Medien und in den Verhandlungen, sofern es zu diesen kam, ausgeklammert bzw. wurde dieser keine Beachtung geschenkt. Ähnliches lässt sich auch über den Angriff auf die Diskothek in Obhausen am 24.04.1993 berichten. Bereits im Herbst 1992 veröffentlichen Hamburger Neonazis ein internes Strategiepapier, in dem zu einer “Anti-Antifa-Kampagne” und zum “Ausspähen, Bekanntmachen und schließlich Angreifen” von linken Projekten und Personen aufgerufen wird [ZEIT 10.05.1993].

Sowohl aus der Berichterstattung als auch aus dem Urteil geht hervor, dass es sich beim Neonaziangriff vom 24.04.1993 um eine Racheaktion handelte. Bereits eine Woche vor dem Angriff sind Neonazis in der Obhäuser Disko aufgetaucht und es gab eine Auseinandersetzung mit nicht-rechten Jugendlichen. Im Laufe der Woche bis zum Racheakt scheinen die Neonazis in Halle und Bad Lauchstädt mobil gemacht zu haben. So ist einer Zeugenaussage aus einem der Prozesse zu entnehmen, dass[…] die sich als rechte bezeichnenden jungen Männer zwei Tage vor dem Überfall in einer Bad Lauchstädter Gaststätte getroffen und über den bevorstehenden Sonnabend gesprochen [..]” haben. [MZ 16.11.1993]

Das einzige was sich im Urteil gegen den Hauptverdächtigen im Mordfall Matthias Lüders findet und annähernd eine Einordnung seiner politischen Gesinnung darstellen soll, ist: “Mit Politik wollen sie nichts zu tun haben. Was sie verbindet ist ihr Aussehen, nämlich kurze Haare, Bomberjacken, Tarnanzüge, Springerstiefel, sowie ihr gemeinsames Ziel, das gesellige Beisammensein. Dieses sieht so aus, daß sie sehr viel Alkohol trinken, ab und zu zu einem Fußballspiel fahren, “Oi-Musik” hören und ab und zu Randale machen.” [Urteil Seite 4]. Weiter ist zur politischen Gesinnung der Angreifenden nichts im Urteil zu finden. In der MZ vom 06.10.1993 wird jedoch der Punkt “Oi-Musik” konkretisiert. Der Angeklagte sagt vor Gericht aus, er höre die “Musik der „Boots & Braces“, was harmlose Musik sei.”. Aus damaligen Veröffentlichungen in antifaschistischen Magazinen geht hervor, dass die Band “Boots & Braces” zu den rechten Bands gezählt wurde, da sie beispielsweise mit Szenegrößen wie z.B. Endstufe oder der im NSU-Unterstützer*innen Netzwerk verankerten Band “Noie Werte” zusammen Auftritte spielte. Des Weiteren waren sie bei dem größten deutschen Rechts-Rock-Label ROCK-O-RAMA unter Vertrag [Die andere Seite des Punks von Ingo Taler]. “Auch die Platten, die bei ihm zuhause gefunden wurden – sie stehen inzwischen auf dem Index -, seien Zufall und Ausdruck reinen Interesses dafür, „was die anderen Bands so spielen“ [MZ 06.10.1993].

“In der Zeugenvernehmung die gestern vor dem Landgericht Halle fortgesetzt wurde, sagte nun auch Thomas H. aus, der als Leitfigur der halleschen Rechtsradikalen gilt. Er schilderte die Skinheads aus Halle- Süd und Halle-Neustadt als „lustige Truppe“, in der Alkohol im wesentlichen die Rolle des „Frustabbauens“ übernommen habe.” [MZ – 12.01.1993] Die Rolle von Thomas H. wird auch in der Ausgabe 43 von “Subbotnik in LA” (SILA) vom Mai 1993 als “Vorsitzender der deutschen Liga Halle (diese will ein Netzwerk aller – auch der militanten – rechten Parteien und Gruppierungen schaffen)” [SILA Mai 1993] beschrieben.

Ein Paradebeispiel für die Fehleinschätzung neonazistischer Gewalt liefert der damalige Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit im Regierungsbezirk Halle, Alexander Nissle: “Auffällig sind aber die zunehmende Motivations- und Sinnlosigkeit solcher Delikte.“ [MZ 07.05.1993]. Unserer Einschätzung nach sind diese Taten für die Neonazis nicht sinn- und motivationslos, da sie, wie auch aus dem Strategiepapier der Hamburger Neonazis hervorgeht, das Ziel haben, eine rechte Vormachtsstellung herzustellen.

Doch auch wenn die politische Dimension des Angriffs, bei dem Matthias Lüders ermordet wurde, im Prozess als auch in der Berichterstattung nicht die Rolle gespielt hat, die sie hätte spielen müssen, und obwohl der Mord an Matthias Lüders im Verfassungsschutzbericht 1993 des Innenministeriums Sachsen-Anhalt ausführlich als Beispiel für Gewalt von Naziskins beschrieben wird, wird er erst 19 Jahre nach seinem Tod im Sommer 2012 von der Landesregierung offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt. Dies ist vor allem der Arbeit der Mobilen Opferberatung und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen zu verdanken.

Presse:

23.04.2021 im Livestream: Diskriminieren? Wir doch nicht! – Politische Bildung auf dem Prüfstand

Live-Sendung im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt e.V.

Die Sendung in der Mediathek des Offenen Kanal Merseburg Querfurt e.V.: https://www.okmq.de/tv/mediathek/politisch-orientiertes-buergerfernsehen/1632-diskriminieren-wir-doch-nicht

Die Partnerschaften für Demokratie „Weltoffener Saalekreis“ und „Merseburg engagiert“ laden gemeinsam mit ihrem Bildungsreferenten zum Zuschauen und zur aktiven Beteiligung ein.

Am 23.04.2021, 18:00 – 19:30 Uhr wird eine Live-Sendung zum Thema Intersektionalität (Mehrfachdiskriminierung) im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt gesendet. Während der Live-Sendung können über https://frag.jetzt unter dem Raumnamen „okmq“ Fragen zum Thema gestellt werden, welche die Redaktion in die Gesprächsrunde gibt.

„Intersektionalität beschreibt – kurz gefasst – die Überschneidung mehrerer Differenzen und Diskriminierungsformen, etwa Rassismus und Sexismus. Die verschiedenen Kategorien werden dabei nicht einzeln betrachtet, sondern ergeben zusammen eine eigene Diskriminierungserfahrung.[1]“ Die beiden Diskriminierungsformen Sexismus und Rassismus sind miteinander verwandt und eng verwoben. Die Talk-Runde thematisiert, inwieweit Intersektionalität in der Bildungsarbeit Beachtung findet.

Gäste der Sendung sind:
• Peggy Piesche: Fachbereichsleiterin „Politische Bildung und plurale Demokratie“ – Standort Gera. Diversität, Intersektionalität und Dekolonialität.
• Mamad Mohamad: Geschäftsführer des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V.
• Jenny Patzer: RATS – Kulturzentrum Obhausen im Saalekreis. Aktiv gegen Gewalt an Mädchen und Frauen.

Peggy Piesche führt in das Thema Mehrfachdiskriminierung in Bezug auf Rassismus und Sexismus ein. Anschließend diskutieren die Gäste das Thema Intersektionalität in der (politischen) Bildungsarbeit auf bundes-, regionaler und lokaler Ebene.

Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, Professor für Sexualwissenschaft und Sexuelle Bildung an der Hochschule Merseburg.

Der Offene Kanal Merseburg-Querfurt kann im Kabelnetz in Merseburg, Leuna, Bad Dürrenberg, Günthersdorf und Halle sowie über Satellit und per Livestream im Internet über www.okmq.de/tv/livestream empfangen werden.

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[1] Samuelis, Theresa. 2017. Intersektionalität und Diversität: Drei Thesen aus der Bildungsforschung: Bundeszentrale für politische Bildung

Aufruf zur Mitarbeit und Unterstützung

Auch in diesem Jahr möchten wir an Matthias Lüders erinnern, welcher am 27. April 1993 an den Folgen schwerer Kopfverletzungen, die ihm bei einem Nazi-Überfall am 24. April 1993 bei der damaligen Disco in Obhausen zugefügt wurden, starb. Wir werden, wie im letzten Jahr, eine viertägigen „Online-Gedenkaktion“ (24.-27. April) auf unseren Social-Media-Kanälen durchführen, da aufgrund der Corona-Pandemie keine Gedenkveranstaltung möglich sein wird. Am 27. April 2021 installieren wir vor dem Obhäuser Kulturhaus einen temporären Erinnerungsort an Matthias Lüders und möchten alle Einwohner*innen dazu ermutigen sich individuell am Gedenken zu beteiligen.

Damit die Auseinandersetzung mit dieser Thematik in den nächsten Jahren gewährleistet sein kann benötigen wir etwas Unterstützung. Daher bitten wir alle Menschen, die zum Zeitraum des Angriffs im Saalekreis politisch oder antifaschistisch aktiv waren, an der Gedenkdemonstration für Matthias Lüders in Querfurt am 30. April 1993 teilnahmen, etwas über Schutzgeldaktivitäten von Neonazi-Gruppen zu der Zeit berichten können oder gar den Angriff miterlebt haben oder andere wichtige Informationenen beisteuern können, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir sind per rats.ephc@gmail.com über E-Mail zu erreichen oder über unsere Social-Media-Accounts.

Hintergrund:
Am Abend des 24. April 1993 wurde das heutige Kulturhaus in Obhausen, in dem eine Party stattfand, von 40 bis 50 vermummten Neonazis überfallen. Sie griffen die Gäste mit Steinen, Baseballschlägern, Schlagstöcken sowie Schreckschusspistolen an, in der Folge gab es sieben Schwerverletzte, einer von ihnen war Matthias Lüders. Er wurde mit einem Schädel-Basis-Bruch und einer Hirnquetschung ins Uniklinikum Halle gebracht. Zuvor hatte es schon einmal eine Auseinandersetzung zwischen nichtrechten Jugendlichen und Nazis am Obhäuser Kulturhaus gegeben, Matthias Lüders war nicht beteiligt.
Recherchen zufolge fuhren am Tattag immer wieder Zivilpolizisten durch Obhausen, ebenso wurden die anreisenden Nazis von Halle nach Obhausen von der Polizei begleitet. Trotzdem dauerte es am Abend circa eine Viertelstunde bis die Polizei am Kulturhaus eintraf.
Matthias Lüders erliegt seinen schweren Verletzungen am 27. April 1993. Keinem der Nazis konnte der Mord an ihm nachgewiesen werden, und nur einer von ihnen ging für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis, andere bekamen Bewährungsstrafen aufgrund von Landfriedensbruch.

Er wurde erst im Jahr 2012 offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt. Abgesehen von einer antifaschistischen Demonstration in der nächstgrößeren Stadt Querfurt kurz nach der Tat gab es bis zum letzten Jahr kein Gedenken für den damals 23-jährigen. Mit dem Entstehen des Kulturzentrums “RATS” in Obhausen war es uns ein wichtiges Anliegen, an ihn zu erinnern.

https://www.rechte-gewalt-sachsen-anhalt.de/todesopfer/matthias-lueders/

Wir möchten auf die Opfer rechter Gewalt aufmerksam machen und stehen solidarisch an der Seite der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Institut der Sehnsucht: OPEN SOURCE GRAFIKWORKSHOP

Ankündigung des SOWAS e.V.: Für die Arbeit im Verein oder in anderen Gruppen benötigen wir ständig Grafiken. Sei es für Printsachen um Veranstaltungen zu bewerben oder Grafiken für den Social-Media-Auftritt. Nicht immer ist Geld vorhanden, um einen Profi zu bezahlen, deshalb veranstalten wir gemeinsam mit einem Referenten vom RATS Obhausen einen Workshop, der euch das Handwerkszeug geben soll, um selbst einfache Grafiken zu gestalten. Unser Referent ist zwar kein professioneller Grafiker, aber das hat ihn noch nie daran gehindert welche zu erstellen. Außerdem wird euch Johannes Osterburg erklären, warum Freie Software aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist und was das eigentlich ist.
Alles was du für den Workshop brauchst ist das Grafikprogramm GIMP und einen funktionierenden Laptop.
Das Grafikprogramm kannst du unter folgendem Link herunterladen:
https://www.gimp.org/
Wenn du auch Lust hast, komm gerne zu unserem Workshop auf BigBlueButton. Den Link und findest du hier:
https://bbb.okmq.de/b/sow-ad7-odj-axz
Diese Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Bildungsreferenten der Partnerschaften für Demokratie in Merseburg und im Saalekreis beim Offenen Kanal Merseburg-Querfurt e.V

Wir haben einen Flickr Account eingerichtet auf dem wir euch Bilder für eure Grafiken kostenlos zur Verfügung stellen:
https://www.flickr.com/photos/192187489@N06/

NEIN zu Gewalt an Mädchen und Frauen!

Der 25.11. ist der internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen.
Dieser Tag gedenkt den drei Schwestern Mirabal, welche Widerstand gegen die Diktatur in der Dominikanischen Republik leisteten. Am 25. November 1960 wurden sie von Gefolgsleuten Rafael Trujillos überfallen, verschleppt und ermordet.
„NEIN zu Gewalt an Mädchen und Frauen“ macht auf die Problematik aufmerksam, wir wollen aufklären und Hilfestellungen geben. Falls ihr Gewalt erfahrt, wendet euch an die entsprechenden Hilfetelefone.
In Kooperation mit dem Frauenzentrum Wolfen haben wir zwei Videos produziert.

Presse:
Mitteilungsblatt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld

Workshopbericht PRAKTISCH ERINNERN – 17.10.2020

Wir haben am Samstag, den 17. Oktober 2020, einen Workshop in Gedenken an Matthias Lüders, der 1993 durch brutalste Art rechter Gewalt sein Leben verlor, veranstaltet. Da durch die COVID-19-Pandemie nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmer:innen möglich war, musste man sich vorher anmelden. 

Zum Workshop, welcher gegen 13 Uhr begann, waren 12 Interessierte vor Ort, die sich zuerst in einem kleinen Vortrag mit dem Sachverhalt auseinandersetzten, dann in einem interaktiven Teil eigene Eindrücke schilderten sowie zu damit zusammenhängenden Themen diskutierten, und später dann kreativ wurden und eigene Ideen eines Gedenkens in Form von Graffiti umsetzten.

Nach ungefähr zwei Stunden des Sprayens waren die mobilen Graffiti erstellt und wurden daraufhin am Kulturhaus Obhausen, dem Ort der Tat, aufgestellt. Diese bleiben dort bis zum 23. Oktober 2020 öffentlich zugänglich und können besichtigt werden.

PRAKTISCH ERINNERN – Graffiti- und inhaltlicher Workshop in Gedenken an Matthias Lüders und die Tat vom 24.4.1993

Der Wehrpflichtige Matthias Lüders (23) stirbt am 27. April 1993, nachdem er bei einem Neonaziüberfall auf eine als „linker Treffpunkt“ bekannte Diskothek in Obhausen mit einem Baseballschläger tödlich verletzt wird. Bereits im April haben wir eine Onlinekampagne auf unserem Instagram-Kanal (Link) dazu umgesetzt und ein Video (Link) produziert in dem wir auf die Umstände seines Todes aufmerksam machen wollen. Am 17.10.2020 möchten wir uns mit euch noch ein mal in einem zweiteiligen Workshop mit dem Thema auseinandersetzen.

Im ersten Teil des Workshops wollen wir mit Hilfe des Bildungsmaterials der Mobilen Opferberatung (Link) die Geschehnisse und die darauffolgenden Ereignisse mit euch Reflektieren. Im zweiten Teil werden wir gemeinsam ein Gedenkgraffiti für Matthias Lüders und die weiteren Opfer rechter Gewalt gestalten. Dieses wird dann für sieben Tage am Kulturhaus Obhausen ausgestellt.

Für den Workshop ist nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmer*innen möglich weswegen eine Anmeldung notwendig ist. Schreibt uns dazu einfach kurze Nachricht auf unseren Social-Media-Kanälen oder eine Mail an rats.ephc@gmail.com. Denkt bitte an einen Mund-Nasen-Schutz (für das Sprühen halten wir ffp3 Masken für euch bereit) und an für den Umgang mit Sprühdosen angemessene Kleidung. Einweghandschuhe werden von uns gestellt. Ihr könnt euch aber auch selbst Handschuhe mitbringen.

Der Workshop ist kostenlos.

Zeitplan:
13 Uhr bis 14:30 – Inhaltlicher Workshop
ab 15 Uhr – Graffiti Workshop

Ort: RATS – Kulturzentrum, Am Bahnhof 3, 06268 Obhausen

talking about – sexism, awareness, experiences

Wir vom RATS-Kulturzentrum Obhausen hatten vor ein paar Wochen die Idee eines Projektes, in welchem wir Sexismus, sexualisierte Gewalt und sexuelle Belästigung aufgreifen und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten wollten. Den Beginn unserer „talking about sexism, awareness and experiences“-Kampagne setzten wir auf den 21. August, fortlaufend gab es bis zum 04. September täglich Informationen zur Begriffsklärung, Umfragen zu eigenen Erfahrungen sowie Material zur Sensibilisierung, abschließen sollte die Kampagne mit dem Film „Female Pleasure“, zu welchem wir am 04. September ins Rats-Kulturzentrum einluden. Dieser handelt von fünf jungen Frauen, welche aus verschiedenen Kulturen stammen und sich sehr stark mit dem Thema der weiblichen Sexualität und dem freien Umgang mit dieser einsetzen. Wir versuchten Betroffenen Mut zu machen ihre eigenen Erfahrungsberichte zu teilen, dabei ließen wir ihnen frei, ob sie uns dies anonym bei Tellonym oder mit Namen via Instagram mitteilen. Innerhalb des Projektes veröffentlichten wir ein mehrminütiges Video, in welchem eine, an der Kampagne beteiligte, betroffene Person über ihre Erfahrungen spricht und auf die Thematik aufmerksam macht. Zur gleichen Zeit erstellten wir eine Grafik als „Erfahrungsbingo“ um anderen die Möglichkeit zu geben, der Öffentlichkeit zu zeigen, was sie erlebt haben. Bei der Recherche zum Projekt stießen wir auf ein Video, welches uns inspirierte ein Selbstexperiment bei eBay-Kleinanzeigen zu versuchen, da man oft hört, dass Frauen in sozialen Netzwerken Aufmerksamkeit suchen, in dem sie sich „präsentieren“. Wir schufen also die imaginäre 17 jährige Lara, welche auf eBay-Kleinanzeigen einen Babysitterjob sucht, hier die Beschreibung des Jobangebots: „Hallo! Ich bin Lara und 17 alt und möchte mir neben meiner Schule ein bisschen Geld dazu verdienen. Ich habe auf Kinder der Familie und von Bekannten schon aufgepasst und bin darin geübt. Zeit hätte ich grundsätzlich von Mittwoch bis Sonntag! In den Ferien bin ich flexibel.“. Unser Selbstversuch zeigt sehr deutlich, dass Frauen auch ohne „Gesicht zu zeigen“ sexualisiert und als Objekt betrachtet werden, unabhängig von Profil und Plattform.

Das Video zur Kampagne.

Die gesamte Kampagne findet ihr auf unserem Instagram-Account als Highlight:
https://www.instagram.com/ratsobh/

Singt ojf Jiddisch! – Jiddische Lieder & Geschichten – 05.09.2020

Eine humorvolle Einführung in die jiddische Musik, Sprache und Kultur. Olaf Ruhl (1964) aus Berlin-Lichtenberg ist Theologe und jiddischer Musiker. Seit 2007 tritt er mit seinem Programm „Singt ojf Jiddisch! – Jiddische Lieder & Geschichten“ auf. Es ist ein buntes Programm, das eine unterhaltsame Einführung in die jiddische Musik, Sprache und Kultur bietet. Lieder und Geschichten im jiddischen Original, gespielt auf Akkordeon oder Gitarre, werden mit Übersetzungen und Anekdoten dem Publikum nahe gebracht. Olaf Ruhl entführt seine Zuhörer sensibel und mit Humor in eine berührende Kultur ohne jemals den Zeigefinger zu heben.

Bitte beachtet die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19.


Infos:
Einlass: 20 Uhr
Ort: RATS – Kulturzentrum Obhausen, Am Bahnhof 3, 06268 Obhausen

Infektionsschutzmaßnahmen:

  1. Das Betreten der Veranstaltungsfläche ist nur mit Mund-Nasen-Abdeckung (textile Barriere, nicht medizinische Alltagsmaske) gestattet. Das Abnehmen der Mund-Nasen-Abdeckung ist nach Erreichen des Sitzplatzes möglich, sofern dies den weiteren Regelungen nicht entgegensteht.
  2. Zur Ermöglichung der Nachverfolgung eventueller Infektionen muss sich jede Person in Anwesenheitslisten eintragen. Diese liegen am Eingang bereit. Hierbei ist zwingend anzugeben: Vor & Nachname, vollständige Anschrift, Telefonnummer. Die Listen müssen über eine Dauer von vier Wochen von den Veranstaltenden aufbewahrt werden und sind dem zuständigen Gesundheitsamt auf Verlangen auszuhändigen. Nach spätestens zwei Monaten müssen die Listen vernichtet werden.
  3. Bitte achten Sie zwingend auf Husten- und Niesetikette. Hier gilt Armbeuge statt Hand. Bei erkennbaren Symptomen einer COVID-19-Erkrankung oder jeglichen Erkältungssymptomen ist dem Angebot fernzubleiben. Kontaktieren Sie Ihren zuständige*n Arzt/Ärztin zur Abklärung.
  4. Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern Abstand zu anderen Personen sind im Gebäude und im Außenbereich einzuhalten. Wo dieser Abstand nicht eingehalten werden kann, ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Sanitär- und andere Räume mit räumlicher Enge sind ausschließlich von einer Person zu betreten. Ansammlungen von Personen (z.B. Wartebereiche) sind zu Vermeiden. Durch die Veranstaltenden werden vormarkierte Flächen mit breiten Gängen angelegt, je Haushalt/Gruppe/Anmeldung wird ein Feld zur Verfügung gestellt.
  5. Wo möglich, sind Türen offen zu lassen, um mögliche Infektionswege, durch Betätigen der Türklinken, zu vermeiden. Tische, Tür- und Fensterklinken und andere Oberflächen, die von wechselnden Personen genutzt werden, sind zu reinigen / desinfizieren. Die Verantwortung hierüber liegt bei den Veranstaltenden. Die erfolgte Reinigung ist jeweils zu dokumentieren.
  6. Eine Picknickdecke, offene Speisen und Getränke müssen selbst mitgebracht werden. Speisen und Getränke sind nur zum Selbstverzehr gestattet und dürfen nicht andere Personen weitergegeben werden.

Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren oder von diesen auszuschließen. Das gilt ebenso für Personen, die rechtsradikale Symbolik und Bekleidungsmarken zur Schau stellen.

Sommerkino – Female Pleasure – 04.09.2020

Als Abschluss unserer aktuellen Kampagne zum Thema Sexismus, sexualisierster Gewalt und sexueller Belästigung mit dem Titel “talking about – sexism, awareness and experiences” führen wir am 04.09.2020 im “RATS – Kulturzentrum” den Film “Female Pleasure” vor.

Bitte beachtet die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19.


Infos:
Film: Female Pleasure
Trailer: https://www.femalepleasure.org/deutsch
Einlass: 21 Uhr
Start: 21:30 Uhr
Ort: RATS – Kulturzentrum Obhausen, Am Bahnhof 3, 06268 Obhausen

Infos zum Film:

Fünf mutige, kluge und selbstbestimmte Frauen stehen im Zentrum von Barbara Millers Dokumentarfilm „#Female Pleasure“ . Sie brechen das Tabu des Schweigens und der Scham, das ihnen die Gesellschaft oder ihre religiösen Gemeinschaften mit ihren archaisch-patriarchalen Strukturen auferlegen. Mit einer unfassbaren positiven Energie und aller Kraft setzen sich Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav für sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung aller Frauen ein, hinweg über jedwede gesellschaftliche sowie religiöse Normen und Schranken. Dafür zahlen sie einen hohen Preis – sie werden öffentlich diffamiert, verfolgt und bedroht, von ihrem ehemaligen Umfeld werden sie verstoßen und von Religionsführern und fanatischen Gläubigen sogar mit dem Tod bedroht.

„#Female Pleasure“ ist ein Film, der schildert, wie universell und alle kulturellen und religiösen Grenzen überschreitend die Mechanismen sind, die die Situation der Frau – egal in welcher Gesellschaftsform – bis heute bestimmen. Gleichzeitig zeigen uns die fünf Protagonistinnen, wie man mit Mut, Kraft und Lebensfreude jede Struktur verändern kann. Der Film von Barbara Miller („Forbidden Voices“) ist ein Plädoyer für das Recht auf Selbstbestimmung und gegen die Dämonisierung der weiblichen Lust durch Religion und gesellschaftliche Restriktionen.

Infektionsschutzmaßnahmen:

  1. Das Betreten der Veranstaltungsfläche ist nur mit Mund-Nasen-Abdeckung (textile Barriere, nicht medizinische Alltagsmaske) gestattet. Das Abnehmen der Mund-Nasen-Abdeckung ist nach Erreichen des Sitzplatzes möglich, sofern dies den weiteren Regelungen nicht entgegensteht.
  2. Zur Ermöglichung der Nachverfolgung eventueller Infektionen muss sich jede Person in Anwesenheitslisten eintragen. Diese liegen am Eingang bereit. Hierbei ist zwingend anzugeben: Vor & Nachname, vollständige Anschrift, Telefonnummer. Die Listen müssen über eine Dauer von vier Wochen von den Veranstaltenden aufbewahrt werden und sind dem zuständigen Gesundheitsamt auf Verlangen auszuhändigen. Nach spätestens zwei Monaten müssen die Listen vernichtet werden.
  3. Bitte achten Sie zwingend auf Husten- und Niesetikette. Hier gilt Armbeuge statt Hand. Bei erkennbaren Symptomen einer COVID-19-Erkrankung oder jeglichen Erkältungssymptomen ist dem Angebot fernzubleiben. Kontaktieren Sie Ihren zuständige*n Arzt/Ärztin zur Abklärung.
  4. Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern Abstand zu anderen Personen sind im Gebäude und im Außenbereich einzuhalten. Wo dieser Abstand nicht eingehalten werden kann, ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Sanitär- und andere Räume mit räumlicher Enge sind ausschließlich von einer Person zu betreten. Ansammlungen von Personen (z.B. Wartebereiche) sind zu Vermeiden. Durch die Veranstaltenden werden vormarkierte Flächen mit breiten Gängen angelegt, je Haushalt/Gruppe/Anmeldung wird ein Feld zur Verfügung gestellt.
  5. Wo möglich, sind Türen offen zu lassen, um mögliche Infektionswege, durch Betätigen der Türklinken, zu vermeiden. Tische, Tür- und Fensterklinken und andere Oberflächen, die von wechselnden Personen genutzt werden, sind zu reinigen / desinfizieren. Die Verantwortung hierüber liegt bei den Veranstaltenden. Die erfolgte Reinigung ist jeweils zu dokumentieren.
  6. Eine Picknickdecke, offene Speisen und Getränke müssen selbst mitgebracht werden. Speisen und Getränke sind nur zum Selbstverzehr gestattet und dürfen nicht andere Personen weitergegeben werden.

Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren oder von diesen auszuschließen. Das gilt ebenso für Personen, die rechtsradikale Symbolik und Bekleidungsmarken zur Schau stellen.